Alle Veranstaltungen der Grünen Jugend NRW, egal ob Mitgliederversammlungen, Seminare oder Vorstandstreffen, werden in Zukunft ausschließlich mit veganen Lebensmitteln versorgt.

Die AntragstellerInnen aus verschiedenen Basisgruppen hatten ihren Antrag an die LMV wie folgt begründet:

 

Die Produktion tierischer Produkte ist unter vielen Gesichtspunkten kritisch zu sehen. Zum ersten seien hier die ökologischen Gründe genannt. In einer aktuellen Publikation es Umweltbundesamtes findet sich zum Beispiel folgender Abschnitt:

 

„Weltweit wird der Anteil der Landwirtschaft an den ge¬samten anthropogenen THG-Emissionen auf 10–12% geschätzt (IPCC 2007). Ein wesentlicher Anteil entfällt dabei auf die Tierhaltung. Die FAO hat dazu einen aus¬führlichen Bericht publiziert (FAO 2006). Dabei kommt sie u.a. zu folgenden zentralen Schlussfolgerungen:
-Die Tierhaltung ist weltweit eine der größten Umweltbedrohungen. Sie ist für 18% der THG-Emissionen verantwortlich. Dieser Anteil ist höher als der des Transportwesens.
-Die Tierhaltung ist eine der maßgeblichen Triebkräfte (driving forces) bei Entwaldungen, Biodiversitätsverlusten und Bodendegradationen. Sie verschärft oft Wasserprobleme, und zwar sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht.
-Die weltweite Nachfrage nach tierischen Produkten wird sich bis 2050 voraussichtlich verdoppeln, mit allen Konsequenzen für die Umwelt im Falle von „business as usual.“
Die Umweltkosten je Einheit tierischer Produkte müss¬ten halbiert werden, nur um das Schadensniveau nicht über das gegenwärtige Ausmaß hinaus anwachsen zu lassen.“

(Dr. Dietrich Schulz, Fachgebietsleiter „Bodennutzung, Bodenbewirtschaftung, Landwirtschaft“, Umweltbundesamt (UBA), Dessau in „local land & soil news no.24/25 I/08“)
Allein für den Futtermittelanbau werden in Südamerika gigantische Waldflächen gerodet um hier, zumeist genetisch verändertes, Soja zu produzieren. In Deutschland entstehen durch die Produktion von Fleisch in Massenbetrieben gigantische Überschüsse an Gülle, mit der dann die Felder gedüngt werden was zu einer starken Überdüngung und einer Belastung des Grundwassers mit Nitraten führt.

Andere Gründe die gegen den Konsum tierischer Produkte sprechen sind die ethischen Gründe.

 

Die Frage: „Hat der Mensch das Recht Tieren Gewalt zuzufügen oder sie auch nur ihrer Freiheit zu berauben um sich zu ernähren?“, beschäftigt viele Mitglieder der Grünen Jugend NRW. Sehr viele haben sich aus ethischen Gründen zum Vegetarismus oder Veganismus entschieden. Doch egal wie mensch die hier aufgeworfene Frage beantworten mag, in einem Punkt dürften wir alle uns einig sein: Tieren unnötiges Leid zuzufügen ist moralisch verwerflich. Die heutige Art der Produktion tierischer Produkte ist unter keinen Umständen mit der Begrenzung des Tierleids in Einklang zu bringen. Sei es die Haltung viel zu vieler Tiere auf kleinstem Raum, sei es die Züchtung von, in natürlicher Umgebung nicht mehr Lebensfähigen, Rassen oder sei es das brutale, weil möglichst kostengünstige, Schlachten. Auch  tierische Bioprodukte stellen zwar eine Verbesserung der Haltungsbedingungen dar, sind aber immer noch nicht vollständig moralisch vertretbar und überdies dermaßen teuer, dass der Landesverband massiv Geld sparen würde, wenn die Grüne Jugend NRW auf ihren Konsum verzichten würde.

 

Um dem, sicher aufkommenden, Vorwurf entgegenzutreten mit diesem Antrag wollten die Antragssteller_innen in die Freiheit der Mitglieder, sich zu ernähren wie sie möchten, eingreifen sollen hier noch ein paar Worte hinzugefügt werden.  Die Grüne Jugend NRW würde niemandes Freiheit einschränken indem sie sich selber die Freiheit nimmt, zu entscheiden welches Essen sie anbietet. Jedes Mitglied der GJ-NRW wird weiterhin die Möglichkeit haben sich selber mit tierischen Produkten zu versorgen lediglich der Landesverband stellt diese nicht mehr.

 

Dieser Antrag verlangt ein Zeichen von der Grünen Jugend NRW. Ein Zeichen gegen die Misshandlung von Umwelt und Tieren. Außerdem steht er für ein Ende der Förderung des Konsums tierischer Produkte durch unseren Verband.

Im Grundsatzprogramm der Grünen Jugend findet sich die Vision einer veganen Welt. Lasst diese Vision leben und uns in unserem Verband alles tun diese Vision irgendwann vielleicht Wirklichkeit werden lassen.

Ein Antrag “Für einen maßvollen Umgang mit tierischen Produkten” unterlag am Sonntag nach einer lebhaften und sehr lebendigen Diskussion in der Abstimmung zwischen den beiden Anträgen in der Gegenüberstellung.

 

Beschlussfassung der Landesmitgliederversammlung am 27.3.2011.