An der industrialisierten Fleischproduktion in Deutschland haben nicht nur die Tiere zu leiden, welche gezüchtet werden, nur um ihr Dasein in oft engen Massentierhaltungen zu fristen und daraufhin geschlachtet zu werden. Auch die Umwelt leidet darunter: Die weltweite Tierhaltung trägt laut Vereinten Nationen zu einem Fünftel zum Klimawandel bei – und damit mehr als der gesamte Verkehrssektor mit allen Autos und Linienflügen zusammen.

Zuletzt leidet noch der/die KonsumentIn am Fleischverzehr: Das Herzinfarktrisiko steigt nachweislich, Kulturkrankheiten wie Diabetes, Arthritis und Fettleibigkeit werden begünstigt, an die Tiere verfütterte Dioxine, Hormone und Antibiotika belasten uns zusätzlich. Steigende Kosten für die Krankenversicherungen sind die Folge.
Zu Recht werden Luxusfahrzeuge, Flugtickets und Benzin als klimaschädliche Artikel
und gesundheitsschädliche Güter wie Zigaretten und Alkohol besonders besteuert.
Fleisch ist ein Genussmittel und gehört zweifelsfrei in dieselbe Kategorie!
Doch die Realität sieht anders aus: Im Supermarkt genießt Fleisch gar einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7%! Preisdumping, welches keine Wertschätzung an den getöteten Tieren zeigt und einstige Lebewesen billiger als Haustierfutter verramscht, ist Alltag.

Aus diesen Gründen fordert die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen
genauso wie die Albert-Schweitzer-Stiftung seit Langem die Einführung einer Fleischsteuer, um die Fleischproduktion zu verringern und damit gegen die gravierenden Folgen des Fleischkonsums anzukämpfen.

Wir fordern deshalb die Abschaffung aller steuerlichen Privilegien von Tierprodukten
und den Stopp der Subventionen von Fleischproduktionen durch Kommunen, den Ländern, dem Bund und der EU! Damit GeringverdienerInnen von dieser Maßnahme nicht zusätzlich belastet werden, sollten gesunde und biologisch angebaute Alternativen wie Sojaprodukte und pflanzliche Milch einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz genießen. Schließlich fordern wir mittelfristig die Einführung einer zusätzlichen Fleischsteuer, um den Absatz der Fleischindustrie signifikant einzudämmen. Außerdem sollte Fleisch nicht mehr als Grundnahrungsmittel anerkannt werden – stattdessen sollten pflanzliche Alternativen zu Tierprodukten eine eigene Stellung als Grundnahrungsmittel erhalten.

Einhergehen muss ein öffentlich gefördertes und von engagierten Mitmenschen getragenes Aufklärungsprogramm, welches die BürgerInnen in der Schule und im Alltag über die Folgen des Fleischkonsums unterrichtet und über eine alternative Ernährung aufklärt. Nur durch die Kombination aus Besteuerung und Aufklärung kann ein Wandel in der Gesellschaft erreicht werden.

 

Beschlussfassung der Landesmitgliederversammlung vom 18.3.2012.