Die Spray-Kunst steht sicherlich der klassischen Malerei, oder der Bildhauerei, in nichts nach. Trotzdem leidet die Spray-Kunst massiv unter Vorurteilen, Kriminalisierung und insgesamt einem schlechten Ruf.

So wird das Besprayen von Betonwänden an Bahnhöfen, oder öden Betonstraßen unreflektiert als Vandalismus bezeichnet und durch den mangelnden Raum werden die Künstler*Innen in die Kriminalität gedrängt. Sprayer*innen haben einen großen Bedarf nach Flächen, die sie in Kunst verwandeln können. Wir, als GRÜNE JUGEND NRW, wollen den Künstler*innen in die Gestaltung eines modernen Stadtbildes einbinden. Das verspricht gerade bei den jungen Menschen ein gesteigertes Interesse an Kultur und fördert eine alternative Kunstszene!
Sprayen ist Politik! – Politik braucht Ausdrucksweisen!
Jugendliche werden durch Sprayen nicht nur an Kunst herangeführt: Das Sprayen ist auch immer Ausdruck der persönlichen Meinung und damit hoch politisch. Durch öffentlichen – und damit legalen – Sprayraum ermöglichen wir eine legale Community, die auch eine große soziale Aufgabe übernehmen kann. Sprayen ist Ausdruck von Widerstand: Unzufriedenheit mit den Umständen, aber auch manchmal der aktuellen Situation der Künstler*innen. Legalisiert man Spraykunst, fördert man auch das Selbstbewusstsein der Akteur*innen vor Ort! Die Gestaltung des öffentlichen Raums geht alle Menschen was an. Daher fordern wir Gestaltungsausschüsse, in der alle Menschen vor Ort  mit entscheiden und mit planen können. Dies kann so zudem ein erstes und niedrigschwelliges Angebot für politische Partizipation gerade für Jugendliche sein.
Die Grüne Jugend NRW setzt sich daher für mehr öffentlichen Raum für Spraykunst ein. Wir fordern die Kommunen auf, öffentliche Mauern, Strom-und Postverteilerkästen, die sich in öffentlicher Hand befinden, oder Eigentum von Konzernen in öffentlicher Hand sind, für Sprayer*innen zur Verfügung zu stellen.

Glossar:
unreflektiert: ungeprüft, unkritisch
Vandalismus: Nicht erlaubte Zerstörung von fremden Gegenständen
Community: englisch; ”Gemeinschaft”
Niedrigschwellig: leicht erreichbar

Beschlussfassung der Landesmitgliederversammlung am 9./10.11.2013 in Gelsenkirchen.