Der Expert*innenausschuss für Verschreibungspflicht hat schon 2003 die Aufhebung der Rezeptpflicht für die sogenannte Pille danach gefordert. In den meisten Ländern Europas wurde Levonorgestrel schon vor 2010 rezeptfrei ausgegeben – seit 2013 auch in den USA. Am 08.11.2013 stimmte sogar der Bundesrat für einen Antrag, der die rezeptfreie und kostenlose Vergabe der Pille danach vorsah.

 

Lisa-Marie Friede, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND NRW, erklärt:

„Mit der Rezeptpflicht für die Pille danach wird in die Freiheit der Frau eingegriffen und außerdem das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft erhöht. Denn mit jeder Stunde, die eine Frau auf die Einnahme der Pille danach warten muss, sinkt ihr Wirkungsgrad. So weißt der Wirkstoff Levonorgestrel eine Erfolgsquote von 99,6% bei Einnahme in den ersten 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr auf. Bei späterer Einnahme sinkt diese Rate deutlich. Daher steht die GRÜNE JUGEND NRW für die Rezeptfreiheit der Pille danach und für die Selbstbestimmung der Frau.“

 

Sebastian Klick, Sprecher der GRÜNEN JUGEND NRW, ergänzt:

„Die wissenschaftlich falsche Darstellung der Jungen Union, die die Einnahme von Levonorgestrel mit Abtreibung gleichsetzt und sogar von einem lebensfähigem Embryo spricht, verunsichert die Betroffenen unnötig und ist daher unverantwortlich. Es ist nach dem aktuellen medizinischen Wissenstand bekannt , dass diese Form der Pille danach den Eisprung hemmt und somit überhaupt kein Embryo zustande kommt. Auch das Argument, dass nur eine ärztliche Beratung über Nebenwirkungen aufklären kann, zählt für uns nicht. Wir zweifeln nicht an der fachlichen Kompetenz von Apotheker*innen, deren tägliche Aufgabe es ist, ihre Kund*innen zu beraten.“