Freiheit und Nachhaltigkeit in den Köpfen und auf den Straßen: „Guerilla-Gardening“ legalisieren und fördern!

Selbstverwaltung und Verwirklichung durch Freiräume

Freiheit bedeutet auch, dass die öffentlichen Grünflächen, Industriebrachen etc. von den Nutzer*innen des Raums gestaltet und genutzt werden können. Immer öfter wird der öffentliche Raum durch Verbote und Auflagen zu stark reguliert. Wir fordern die Legalisierung des „Guerilla-Gardening“ um Anwohner*innen die Möglichkeit zu geben ihre Umgebung nach ihren Wünschen zu gestalten und Brachflächen zu begrünen. In so entstehenden Freiräumen kommen Menschen zusammen und kümmern sich aktiv um die Gestaltung ihres Lebensraums. Insofern dienen solche Projekte einem demokratischen und solidarischen Miteinander. Menschen übernehmen gemeinsam Verantwortung für ihr Umfeld und lernen so auch wieder Rücksicht auf andere und die Natur zu nehmen. In unserer Gesellschaft, die von Konkurrenzdenken und Leistungsdruck geprägt ist, schaffen diese Räume damit die Möglichkeit Alternativen zu entwickeln.

Ökologie von der Straße, grüne Oasen vor Ort

Um Innenstädte lebenswerter zu gestalten und Platz für Pflanzen zu schaffen, die für ein gutes Klima in der Stadt wichtig sind, braucht es mehr Grünflächen.

Durch die von uns angestrebte Verlagerung des Verkehrs weg vom Auto hin zu Rad und ÖPNV werden in den Innenstädten Parkplätze überflüssig.Wir wollen es den Anwohner*innen ermöglichen diese Parkplätze in kleine Park-Flächen umzuwandeln. Dazu brauchen Anwohner*innen aber auch Unterstützung von Fachleuten, die sich mit den verschiedenen Pflanzen auskennen. Wir fordern die Kommunen auf, Anwohner*innen bei der Gestaltung von Grünflächen zu beraten damit eine ökologisch wertvolle grüne Stadt entstehen kann. Patenschaften für Bordsteinbeete und deren bürokratische Hürden erübrigten sich durch die Legalisierung der Nutzung bisher ungenutzter Flächen.

Das Essen vor der Tür: Urban Gardening fördern

Durch den bloßen Einkauf von Lebensmitteln im Supermarkt ist in vielen Köpfen das Bewusstsein über Produktionsketten verloren gegangen. Programme wie ”Essbare Stadt” aus Andernach, Zürich und anderen Städten konnten die Anwohner*innen wieder mit der Entstehung von Nahrungsmitteln, wie Kartoffeln oder Tomaten, konfrontieren und sie zur Übernahme von Verantwortung für diese Flächen ermutigen. Da die Städte den Menschen vor Ort diese Flächen frei zur Verfügungen stellen, kann das gezogene Gemüse von jeder und jedem frei genutzt werden. Dies trägt außerdem zur Verantwortungsübernahme für sich und das eigene Umfeld bei.
Die GRÜNE JUGEND NRW fordert die Ausweitung dieser Konzepte auf andere Kommunen in NRW. Die von uns geforderterten Grünflächenberater*innen können auch hier den Menschen vor Ort unter die Arme greifen. Den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger bei diesen Projekten lehnen wir grundsätzlich ab.

 

Beschlussfassung der Landesmitgliederversammlung am 08. / 09. März 2014 in Oer-Erkenschwick