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Offener Brief an die Stadt Köln

Offener Brief zum Plan der Verwaltung, Reverse-Graffiti zur Anzeige zu bringen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie wir aus Medienberichten erfahren haben, gibt es den Plan, sogennte “Reversegraffiti” zur Anzeige zu bringen, da durch das gezielte Reinigen von öffentlichen Flächen Kosten enstehen, weil der Rest der Fläche hinterher ebenfalls gereinigt werden muss. Dazu stellen wir uns einige Fragen, um deren Beantwortung wir bitten:

1. Ist das private Säubern von Flächen Ihrer Meinung strafbar? Wann werden Einwohner*innen der Stadt Köln darüber informiert, dass sie ihre eigenen Wohnungen nicht mehr säubern dürfen?

2. Wann möchte die Verwaltung endlich Rußpartikel und deren Erzeuger*innen sanktionieren?

3. Ist die Verwaltung der Meinung, dass städtische Straßenreinigung durch ihre Maßnahmen zur städtischen Sauberkeit Kosten entstehen lässt, da die anderen Flächen hinterher dann ebenfalls sauber gemacht werden müssen?

4. Wäre es sinnvoller, die Stadt gleichmäßig im Dreck versinken zu lassen? Wenn ja: Bitte die einzelnen Veedel nach Drecksqualiät auflisten.

5. Wird zu diesem Zweck überlegt, Müll und Dreck von Gebieten in andere zu bringen?

6. Wie geht die Verwaltung mit dem Sandstrahlen des Kölner Doms um, da dieser nur stückweise gereinigt wird?

7. Wird Regen, der ebenfalls nur partiell öffentlichen Raum säubert, auch zur Anzeige gebracht?

8. Wird geplant, Strafanzeige gegen Tauben zu stellen, da diese in einigen Stadtgebieten mehr Dreck machen als in anderen?

9. Wird das Entfernen von Hunde- und anderem Kot in Köln ebenfalls bestraft?

10. Sollte man zukünftig davon absehen, Müll aufzuheben, um einer Anzeige zu entgehen?

 

Mit freundlichen und sauberen Grüßen,

Lisa-Marie Friede (Sprecherin Grüne Jugend NRW)

Sebastian Klick (Sprecher Grüne Jugend NRW)

Daniela Wüster (Sprecherin Grüne Jugend Köln)

Edgar Sürth (Sprecher Grüne Jugend Köln)

 

Verfasst von

Der Landesvorstand ist der gewählte Vorstand der GRÜNEN JUGEND NRW. Er wird von der Landesmitgliederversammlung einmal im Jahr gewählt. Er besteht derzeit aus Julia Wenzel (Sprecherin), Max Lucks (Sprecher), Nyke Slawik (Politische Geschäftsführerin), Rene Heesen (Schatzmeister), Liliane Viola Pollmann, Wiebke Stange, Nils Kriegeskorte und Michael Röls (Beisitzer*innen).

16 Kommentare

  1. Ihr denkt halt auch nur bis zum nächsten Brett vor dem Kopf. Hier bei mir vor der Tür in Berlin haben schon Profi-Trupps mit Hochdruckreinigern die Werbe-Schablonen eines Getränkekonzerns auf das Pflaster gesprüht. Könnt Ihr Euch drüber lustig machen, ich finde es zum Kotzen.

  2. @Tom
    Trotzdem ist das keine Straftat, dar die Sache nicht Beschädigt wurde. Jetzt irgendwelche Dinge herbei zu erdichten, bringt doch nichts.

    BTW. man kann sich auch über zu viel Sachen aufregen.

    #SchwabenRausAusBerlin#GrinseSmily

    • § 303 StGB Sachbeschädigung
      (1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
      (2) EBENSO WIRD BESTRAFT, WER UNBEFUGT DAS ERSCHEINUNGSBILD EINER FREMDEN SACHE NICHT NUR UNERHEBLICH UND NICHT NUR VORÜBERGEHEND VERÄNDERT.
      (3) Der Versuch ist strafbar.

      Man kann sich darüber streiten, ob es gut oder schlecht ist, oder ob es bestraft werden sollte. Strafbar ist es aber schon.

      • (2) EBENSO WIRD BESTRAFT, WER UNBEFUGT DAS ERSCHEINUNGSBILD EINER FREMDEN SACHE NICHT NUR UNERHEBLICH UND NICHT NUR **VORÜBERGEHEND** VERÄNDERT.

        “Vorübergehend” – ist das nicht der entscheidende Punkt? Selbst die saubersten Stellen werden wieder schön dreckig, wenn man sie genug Feinstaub und Regen aussetzt. Und davon hat Kölle doch mehr als genug.

        @MagicRabbit, #9:
        Nimm den Brief und dich selbst bitte nicht allzu ernst.

      • Nach meinem Verständnis ist die partielle Säuberung aber vorübergehend, denn irgendwann sammelt sich auch darauf auch wieder der Dreck und das Motiv verschwindet. Also wäre es keine Sachbeschädigung…

      • Nach der Definition ist es keine Sachbeschädigung, da die Veränderung nur vorübergehend ist. Sie verschwindet ohne menschlichen Eingriff im Laufe der Zeit wieder.
        Wer dieses Argument nicht gelten lässt, der muss sich im Gegenzug fragen lassen, ob dann nicht auch die schleichende Verschmutzung der Wände als Sachbeschädigung zu werten ist. Die Schäden durch Luftverschmutzung übersteigen die durch (Reverse) Graffiti um ein Vielfaches, also sollte man hier zuerst ansetzen – und hätte damit das andere “Problem” (ich bezweifele, dass es überhaupt eins ist) gleich mit gelöst.

      • @Bernd: “NICHT NUR VORÜBERGEHEND” ist in guter Punkt. Dreck wegmachen war bei mir noch nie so erfolgreich, dass es nicht nur “vorübergehend” war.

        BTW, du schreist. ;)

      • Wenn klugscheissen, dann doch bitte richtig:

        Nicht nur unerheblich = erheblich

        UND

        Nicht nur vorübergehend = permanent

        Bestraft wird also, werd das Erscheinungsbild einer fremden Sache erheblich und von Dauer verändert.

        Trotzdem danke für’s Mitspielen.

  3. @Tom “….Profi-Trupps mit Hochdruckreinigern die Werbe-Schablonen eines Getränkekonzerns auf das Pflaster gesprüht.”

    Das ist inhaltlich so falsch, da weiß man gar nicht, wo zu beginnen wäre. Respekt dafür!

  4. Um auf Tom einzugehen:
    Es sollte hier klar differenziert werden. Werbliche Anbringungen außerhalb der dafür vorgesehenen Flächen (Werbetafeln) sind, so handhabt es die Stadt Köln, eine Ordnungswidrigkeit die entsprechend sanktioniert wird. Dies sollte auch bei Reverse-Graffity zu werblichen Zwecken Bestand haben. Ähnlich verhält es sich ja auch bereits bei mit Kreide gesprühten Werbebotschaften. Reverse-Graffity im künstlerischen Bereich, so wie man es u.a. in Köln oft sieht, sehe ich hingegen als Teil eines kulturellen Erscheinungsbild der Stadt und als Bereicherung.

    Die Absurdität mancher durch die Stadt Köln beauftragten “Reinigungsaktionen” stellt hier ein Künstler gant gut dar: http://ow.ly/vQ4r4

  5. Peinlich. Lasst mal eure Eltern Korrektur lesen.

  6. @Tom: Und übrigens wurde woanders auf der Welt auch schon mal was Schönes weg gemacht, und/oder was Doofes irgendwo hin. Ach ja, und ich hab auch schon Mal was gesehen, was mir nicht gefällt.
    Echt!
    Natürlich hat das NULL Bezug zu dem, worum es hier geht – genau wie Dein Unzufriedenheitsauswurf. Wtf könnte (im allerbesten Fall) Dein Beitrag beitragen zu irgendetwas, was gut ist?
    Genau, man muss nicht alles Gute / Sinnvolle / Produktive / Kreative / Schöne zuallererstmal schlecht reden, selbst wenn man Deutscher / Berliner ist.
    PS: Als geradezu frech empfinde ich es, dass Du Blümchen und alles mögliche andere schön-Anzusehende mit Kommerz-Werbung gleichsetzt. Kumm mal eröm, Schäng, und erklär mir, was genau an der elend-dreckigen Mauer besser ist (egal für was!), als dieselbe mit was Schönem drauf (bzw. mit schön was ab). (also icke maße mir nicht an, das Verhalten kreativer BerlinerInnen von hier aus verwerflich zu finden. wozu auch? – und ansonsten: kotzkotzwürgwürg, für Alle, die das mögen:))

  7. Irgendwie erscheint mir der Brief stellenweise nicht so richtig durchdacht.
    Zu 1.: Auf privaten Flächen ist weder verschmutzen noch reinigen verboten. Auf die Wand meines eigenen Hauses darf ich ein Graffiti malen, auf die Wand meines Nachbarn nicht.
    Zu 2.: Hier wird mit sprachlichen Mitteln eine weitere Forderung eingebracht, die gar nichts mit dem eigentlichen Thema des Briefes zu tun hat. Die Wörter “wann” und “endlich” werden bei Forderungen verwendet. Die Forderung, dass Partikelverursacher bestraft werden sollen, hat aber nichts mit dem Problem zu tun.
    Zu 7.+8.: Weder der Regen noch Tauben sind rechtsfähige Personen. Ein Bär, der einen Menschen tötet wird ja auch nicht angeklagt, sondern erschossen. Wenn man einen offenen Brief schreibt, dann sollte man die Sache (zumindest meiner Meinung nach) soweit ernst nehmen, dass man nur sinnvolle Argumente aufführt. Abgesehen davon beziehen sich beide Punkte so ziemlich auf das Gleiche.
    Zu. 9.+10.: Auch diese beiden Punkte sind eigentlich der gleiche Vorwurf.
    Ich befürworte zwar die Intention des Briefes, aber leider ist er so geschrieben, dass man ihn eigentlich nicht wirklich ernst nehmen kann.

  8. Hallo Grüne Jugend NRW,

    der Brief ist sehr gut und zeigt den Irrsinn der städtischen Entscheidungsträger in Köln.

    Dass es auch anders geht, zeigen unserer Projekte in München, welche in Kooperation mit den städtischen Behörden entstanden sind.

    http://www.facebook.com/writerscornermuenchen

Ein Pingback

  1. Von Snowden, Heidi Klum & Flirtanleitung « Reality Rags am 15. April 2014 um 19:41 Uhr:

    […] Die Stadt Köln sieht in Reverse Graffity (d.h. in verdreckte Flächen Dinge „einputzen“) ein anzeigenswertes Problem – darauf ein offener Brief der Grünen Jugend: […]

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