Im Verkehrsbereich steigen die Emissionen in Europa Jahr für Jahr an. Auch in Deutschland gibt es bislang keine signifikante Reduzierung der Emissionen im Verkehrsbereich. Doch gerade bei den Wegen, und Verkehrsmitteln die Tag für Tag Pendler*innen und Reisende zurücklegen, können wir vieles besser machen.

Gleichzeitig sorgt der Klimawandel für häufigere und schwerere Unwetter. Auch dies beeinflusst viele Verkehrsmittel.

Wir brauchen also mehr Klimaschutz, durch Einsparung von Emissionen im Verkehrsbereich, genauso wie eine Anpassung der verschiedenen Verkehrssysteme an die häufigeren Unwetterkatastrophen.

Vielerorts werden selbst kurze Wege mit dem Auto zurückgelegt, obwohl es umweltfreundlichere oft ähnlich schnelle oder sogar schnellere Alternativen gibt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Verkehrsinfrastruktur fast überall für das Auto als wichtigstes Mittel des Individualverkehrs gebaut und geplant wird. Wir brauchen hier dringend einen Paradigmenwechsel.

Gerade in der Enge der Stadt ist es sinnvoll, wenn Menschen sich zu Fuß oder mit dem Rad fortbewegen. Sie brauchen weniger Platz im Verkehrsraum und noch weniger, oder gar keinen Platz zum Parken.

Wir fordern daher das Rad endlich in den Mittelpunkt der schnellen individuellen Verkehrsmittel zu stellen. Seit der rapiden Entwicklung von Pedelecs und E-Bikes ist es auch für körperlich nicht so leistungsfähige Menschen möglich Strecken zügig mit dem Rad zurückzulegen.

Statt Radfahrer*innen auf viel zu schmale Schutzstreifen, oder Radwegen auf den Bürger*innensteigen abzuschieben, wollen wir sie in den Mittelpunkt stellen. Gleichzeitig wollen wir damit den Weg zu Fuß attraktiver machen.

Das heißt konkret:

– Radfahrer*innen genug Platz im Sichtfeld der Autofahrer*innen einräumen

– Falschparken auf Radwegen konsequent verfolgen

– eine durchgängige Beschilderung der Wege für Radfahrer*innen

– konsequente Trennung von Fuß- und Radwegen

In einem ersten Schritt sollen daher keine neuen Parkplätze für Autos mehr geschaffen werden. Wenn sich das PKW-Aufkommen reduziert hat, sollen schrittweise Parkplätze zurückgebaut werden und diese entweder zum Abstellen von Fahrrädern oder als Grünfläche genutzt werden.

– Regelmäßige Hinweise für Autofahrer*innen zum Sicherheitsabstand beim Überholen von Radfahrer*innen

Durch diese Maßnahmen möchten wir den Autoverkehr reduzieren, Radfahren sicherer und attraktiver machen, die Luftqualität in den Städten verbessern und den CO2-Ausstoß senken.

Die nicht mehr benötigten Parkflächen können entsiegelt werden, um dazu beizutragen, das Überflutungsrisiko zu senken. Gleichzeitig erhöhen die so hinzu gewonnenen Grünflächen die Lebensqualität in der Stadt.

Nicht nur innerhalb der Städte, sondern auch zwischen Städten kann das Fahrrad ein attraktives Verkehrsmittel sein. Wir begrüßen daher die Pläne für die Radschnellwege in NRW.

Nicht nur der Individualverkehr, sondern auch Busse und Bahnen können einen Teil zum Klimaschutz beitragen.

Dafür muss der Öffentliche Personen NahVerkehr (ÖPNV) zum einen attraktiver werden, zum anderen aber auch selbst klimafreundlicher werden.

Um die Attraktivität zu erhöhen fordern wir freies WLAN in allen Bussen und Straßenbahnen, wie es in anderen Staaten schon üblich ist. Außerdem möchten wir, dass insbesondere Busse, die Städte mit dem Umland verbinden, auch in Randzeiten noch zuverlässig fahren. Zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV ist es auch unerlässlich, dass seine Nutzung erschwinglich ist. Dies bedeutet vor allem ein bezahlbares Sozialticket mit hohem Leistungsumfang, aber auch preiswerte Tarife für Auszubildende und Freiwilligendienstleistende. Dabei betrachten wir solidarische Modelle wie das Semesterticket als Vorbild für andere Ticketnutzer*innen.

Busse können klimafreundlicher werden, indem sie mit Strom aus regionalen erneuerbaren Energien angetrieben werden.

Im Zugverkehr fordern wir von Bund und Bahn eine Elektrifizierungsoffensive, um mehr Strecken mit leiseren, umweltfreundlicheren strombetriebenen Zügen befahren zu können.

Insbesondere im Bahnverkehr brauchen wir aber eine deutlich stärkere Klimaanpassungsstrategie als bisher. Wenn Menschen auf das eigene Auto verzichten und dauerhaft auf die Bahn umsteigen, muss die Bahn, auch kurz nach Unwettern verlässlich fahren.

Daher braucht es strenge Vorgaben zur maximalen Ausfallzeit wichtiger Bahnstrecken. Um die Ausfallzeiten zu verringern müssen natürlich mehr Menschen für Aufräumarbeiten und Streckenkontrollen zur Verfügung stehen.

Sollten die Ausfallzeiten nicht eingehalten werden können so muss die Betreiber*innengesellschaft des Schienennetzes für entstehende Schäden haften.

Außerdem bekräftigen wir unsere Forderung nach der Abschaffung der 1. Klasse in Nahverkehrszügen und begrüßen die Pilotprojekte zur Abschaffung der 1. Klasse in S-Bahn-Zügen.

Klimafreundlicher Verkehr ist für uns ein mehr an Lebensqualität, da er saubere Luft mit einem guten öffentlichen Personennahverkehr und einer Verkehrsplanung, die den Menschen – und nicht das Auto – in den Mittelpunkt der Planungen stellt, verbindet.

 

 

Beschlossen von der Landesmitgliederversammlung am 13./14. Juni 2015 in Hagen