Wir wollen autofreie Innenstädte in NRW.
In einer autofreien Innenstadt wird die allgemeine Lebensqualität der Bürger*innen verbessert. 
Wir müssen die Emissionswerte in den Innenstädten verbessern. 
Im Zuge eines Mehreinsatzes des ÖPNVs  und  einer gleichzeitigen Reduzierung des motorisierten Verkehrs gehen  Faktoren wie Lärmbelästigung und Luftverschmutzung zurück. Dadurch  werden Gesundheitsrisiken gemindert.
Jedes Jahr sterben in Deutschland 47.000 Menschen durch  Feinstaub. Der Straßenverkehr ist in Städten die größte Quelle von  Feinstaub. Hier ist also ein deutliches Eingreifen dringend  erforderlich.
Auch die Umwelt wird durch eine CO2- und  Feinstaub-Reduzierung entlastet. 2014 wurden 164,3 Millionen Tonnen CO2  durch den Verkehr emittiert. Im Stadtverkehr fahren Autos durch das ständige Bremsen und erneute Anfahren besonders ineffizient
Eine weitere häufig unterschätzte Verschmutzung ist die Lärm- und Lichtverschmutzung. 30% der Bevölkerung sind permanent einem Lärmpegel über den Grenzwerten ausgesetzt. Der Wechsel von hell und dunkel steuert den biologischen Rhythmus. Sein Fehlen kann Schlafstörungen verursachen und das Jagd- und Fortpflanzungsverhalten von Vögeln und Säugetieren stören.
Auch durch den geringeren Anreiz, neue Autos zu kaufen,  werden Emissionen bei der Produktion vermieden. Bei der Produktion  eines Neuwagens entstehen bis zu 43 t CO2. Außerdem ist der Abbau des  benötigten Rhodiums, Platins und Palladiums sehr umweltschädlich.
Zudem wird die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer*innen gefördert.
2014 sind 3.377 Menschen in Deutschland durch Unfälle im Straßenverkehr gestorben. Auch wenn die Ausmaße in den vorherigen Jahren wesentlich gravierender waren, sind das immer noch zu viele Todesfälle.
Die volkswirtschaftlichen Kosten für diese Unfälle betrugen 2009 30 Milliarden Euro. Sicherere Straßen ermöglichen es potenziellen, aber bisher im Straßenverkehr unsicheren Radfahrer*innen, im Verkehrsleben teilzunehmen.
Zusätzlich sind sportliche und freizeitgestaltende Aktivitäten vermehrt möglich.
Der Raum für den Autoverkehr versiegelt ohne Parkplätze bereits 5% der Gesamtfläche Deutschlands. Das ist mehr als die Fläche aller Wohngebäude.
Durch Abbau von Parkplätzen und Mehrspurigkeit in der Innenstadt können diese  Flächen anderweitig genutzt werden, beispielsweise als Spielplätze   oder Grünflächen. Ein hoher Versiegelungsgrad des Bodens wird somit  vermieden.
Experten empfehlen, mindestens 10.000 Schritte pro Tag zu  gehen. Aber dank Auto und Fahrstuhl kommt der durchschnittliche  Erwachsene nur noch auf 1.200 bis 3.000 Schritte am Tag. Dieses Sport-Defizit kann auch durch Radfahren ausgeglichen werden, was in autofreien Innenstädten attraktiver und sicherer ist.  Zwei Radspuren pro Richtung ermöglichen es Verkehrsteilnehmer*innen  verschiedenster körperlicher Leistungsfähigkeit, sich mit weniger  Gefahrensituationen im Stadtverkehr zurechtzufinden. 
Weitere Vorteile sind, dass die Innenstädte für Radtouristen interessanter werden, die Haltbarkeit der Straßenbeläge sich verlängert und auch Trendsportarten wie Longboard fahren durch gesteigerte Sicherheit mehr Attraktivität erlangt.
Um das Verkehrskonzept zu verwirklichen, soll der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) stark ausgebaut werden.
Dieser soll so verfügbar sein, dass der tageszeitabhängige Bedarf gedeckt ist. Die  Barrierefreiheit des ÖPNV soll verbessert werden und somit die  Verkehrsnutzung inklusiver gestaltet sein. Zusätzlich soll ein komplett elektrisch betriebener ÖPNV durch  Elektrobusse und elektrisch betriebene Bahnen angestrebt werden, um  besonders innerhalb der Innenstädte die Feinstaub-Belastung durch  Verkehr auf ein minimales Maß zu reduzieren.
Außerdem sollen Park&Ride-Möglichkeiten geschaffen  werden. Diese ermöglichen kostengünstig außerhalb des autofreien  Bereichs zu parken und mittels ÖPNV schnell das Stadtzentrum zu  erreichen. Ein Ausbau des ÖPNV, auch im ländlichen Bereich, garantiert zudem die attraktive Erreichbarkeit der Innenstadt.
Für Lieferverkehr und Fahrdienste sollen angemessene  Einschränkungen gelten (z.B. zeitliche Begrenzungen). Die dafür von der  jeweiligen Stadtverwaltung erteilten Sondergenehmigungen sollen mit  einem möglichst geringen bürokratischen Aufwand verbunden sein. Zugleich  darf der Mehrwert einer autofreien Innenstadt nicht entkräftet werden.
Bei besonderem Bedarf, wie körperlicher Beeinträchtigung, Umzug, o.Ä., sollen auch Privatpersonen Sondergenehmigungen erhalten.
Beschlossen auf der Landesmitgliederversammlung am 7./8. November 2015 in Dortmund.