Mit dem Duisburger Zoo haben wir in NRW eines der beiden Delfinarien  in Deutschland. Es gibt unzählige Gründe warum Delfine nicht in  Delfinarien gehalten werden sollten. Delfine sind hochintelligente,  soziale und sehr komplexe Wesen, welche ein über das des Menschen  hinausgehendes Sozialverhalten haben. Delfinarien sind nichts weiter als  enge trostlose Gefängnisse, in denen die Delfine den Rest ihres Lebens  verbringen müssen. In freier Wildbahn schwimmen Delfinschulen je nach bis zu 250 Kilometer am Tag und tauchen in Tiefen von bis zu 300  Metern. In den engen Betonbecken der Delfinarien kriegen die Tiere  keinesfalls genug Bewegung und stehen unter einem enormen Stress. Die  täglichen Shows mit lauter Musik und laut schreienden Gästen erhöhen den  Stressfaktor noch um ein Vielfaches. Die Delfine beginnen in  Gefangenschaft mit untypischem Verhalten, bekommen teilweise Psychosen,  beginnen, sich selber zu verletzen indem sie beginnen, sich die Zähne  auszuschlagen, sich selber zu beißen oder ihre Köpfe immer wieder gegen  den harten Betonboden hämmern. Nicht selten begehen sie sogar Selbstmord  durch die Weigerung zu Atmen. Um gegen den Stress zu wirken, wird  teilweise (wie vor kurzem in Nürnberg durch den WDSF aufgedeckt) den  Tieren täglich dutzende Hormone und Psychopharmaka eingeflößt. Verstärkt  wird das Unwohlsein der Tiere durch die Tatsache, dass die Betonbecken  viel zu klein dafür sind, dass Delfine ihr Echolot zur Orientierung  verwenden. Die Becken reflektieren den Schall zu häufig, sodass Delfine  sich lediglich auf ihre Augen verlassen können, was absolut nicht ihren  biologischen Vorlieben und Möglichkeiten entspricht. Neben den  psychischen Belastungen für die Tiere kommen große körperliche hinzu.  Das Wasser in Delfinarien wird häufig mit Chlor gereinigt. Chlor löst  bei Delfinen enorme Hautreizungen, Ausschlag und Probleme mit en Augen  hervor, auf die sie sich leider verlassen müssen. Das Chlor fügt der  Haut enorme Verletzungen bis zu 
Geschwüren zu, sodass medizinische  Gegenmaßnahmen erforderlich werden können. Delfine werden in freier  Wildbahn teilweise über 40 Jahre alt, in Gefangenschaft maximal 20. Die  liegt an der Zusammenwirkung von psychischen und physischen Qualen,  denen die Tiere ausgesetzt sind. Ebenfalls sieht man die Probleme in der  Todesrate von neugeborenen Tieren in Gefangenschaft. Hier ist zu sagen,  dass die Sterblichkeit von jungen Delfinen auch in freier Wildbahn  vergleichsweise hoch ist, da sie eigentlich keine natürlichen Feinde  haben und die Population durch eine Immunschwäche in den ersten Wochen  begrenzt bleibt. Jedoch reicht es in Delfinarien, wenn ein*e Besucher*in  mit Schnupfen das Wasser berührt, um fremde Keime in das Becken zu  tragen, welche für das Delfinbaby den Tod bedeutet. In Duisburg haben  von 26 Geburten lediglich 6 das erste Jahr überlebt, die allermeisten  sind nach wenigen Tagen gestorben. Diese Quote ist erschreckend. Wir als  ökologischer Verband mit einem Fokus auf Tierschutz lehnen diese  qualvolle Haltung von Delfinen ab und fordern ein absolutes Verbot von  Delfinarien und die Einstellung aller Delfinshows! Die Delfine, die  momentan in deutschen Delfinarien gefangen sind, müssen einen möglichst  artgerechten Lebensraum erhalten, der fernab von Besucher*innen liegt,  in dem sie so gut wie möglich leben können, da sie auf Grund der  erlittenen Traumata meist nicht wieder ausgewildert werden können.
Problem Wildfang
Da die Zucht von Delfinen in Gefangenschaft wie oben beschrieben  enorm schwierig ist, haben sowohl Duisburg als auch Nürnberg zusätzlich  drei Delfine aus freier Wildbahn. Beim Fangen von Delfinen in freier  Wildbahn werden Familien auseinander gerissen und Junge verlieren ihre  Eltern. Ein Delfin bleibt sein Leben lang in seiner Schule an der Seite  seiner Eltern. Diese Bindung wird auseinander gerissen und verursacht  tiefe Trauer bei den verbleibenden Familienmitgliedern. Im schlimmsten  Falle kommen die Delfine aus der sogenannten Todesbucht in Taiji, Japan,  wo mehrere Monate im Jahr Delfine mit Booten in die Bucht getrieben  werden. Dort sperrt man sie mit Hilfe von Netzen einige Tage ohne Futter  ein, um zu sehen, welche Delfine am höchsten springen. Diese werden  dann an Delfinarien in der ganzen Welt verkauft, der Rest wird  geschlachtet und geht als billiges und giftiges Essen in die Supermärkte  oder in Schulmensen in Japan. Daher stellt die GRÜNE JUGEND NRW sich  gegen den Handel mit Delfinen als Unterhaltungsgegenstand und setzt sich  für ein Kaufverbot von Delfinen ein, denn Delfine sind Lebewesen, keine  Ware!
Beschlossen von der Landesmitgliederversammlung am 7./8. November 2015 in Dortmund.