Freie Software fördern

Freie Software, das sind Programme, die den Nutzer*innen die Freiheit lassen, den Quellcode der Programme einzusehen, zu verändern und weiterzugeben. Dies steht im Gegensatz zu unfreier oder freiheitsentziehender Software, bei der Nutzer*innen darauf vertrauen müssen, dass der Code das tut, was der Hersteller des Programms sagt, da es keine Möglichkeit gibt, den Code anzusehen. Auch eine Anpassung des Codes an eigene Bedürfnisse, oder eine Weitergabe ist in der Regel nicht erlaubt.
All diese Punkte führen dazu, dass Hersteller unfreier Software ihre Machtposition oftmals ausnutzen um Nutzer*innen Software zu installieren, die diese nicht haben möchten, oder ihre Daten auslesen und analysieren. Ein Beispiel für dieses Vorgehen ist der Versuch von Microsoft, Nutzer*innen zu einer Installation von Windows 10 zu drängen, oder der sehr problematische und aus unserer Sicht unzureichende Datenschutz in Windows 10. Als emanzipatorischer Verband, stellen wir uns gegen einseitige Machtverhältnisse, die mit unfreier Software einhergehen. Die GRÜNE JUGEND NRW wird daher kein Geld für Lizenzen unfreier Software ausgeben.

Darüber hinaus wollen wir die Nutzung freier Software unterstützen. Daher wird die GRÜNE JUGEND NRW alle Dateien und Vorlagen in Dateiformaten, die auch mit freier Software problemlos funktionieren und soweit möglich standardisiert sind anbieten. Beispiele hierfür sind das OpenDocument Format, welches von LibreOffice, OpenOffice und weiteren gängigen Office-Programmpaketen genutzt werden kann, das SVG-Format für Vektorgrafiken, oder das PDF-Format.

Wir ermutigen Menschen, die in Gremien der GRÜNEN JUGEND NRW arbeiten, freie Software zu nutzen. Sollten sie aufgrund ihrer Gremienarbeit ein Laptop o.ä. vom Landesverband für einen längeren Zeitraum zur Verfügung gestellt bekommen, so dürfen sie darauf ausdrücklich freie Software und insbesondere freie Betriebssysteme installieren. Eine Nutzung von unfreier Software, wie beispielsweise Skype, darf in der Gremienarbeit nicht vorausgesetzt werden.
Die Geheimhaltung von Quellcode oder sogar dem Code zugrunde liegenden Algorithmen bringt über die Einschränkungen der persönlichen Freiheit der Nutzer*innen hinaus weitere Gefahren mit sich. Zum einen Versuchen Hersteller unfreier Software, die Nutzer*innen durch sogenannten Lock-In-Effekte an sich zu binden. Dabei werden die Kosten eines Systemwechsels in die Höhe getrieben, um die Kund*innen zu einem Verbleib beim jeweiligen System zu bringen. Zum anderen führt in unserer von Algorithmen geprägten Gesellschaft, eine Geheimhaltung von Algorithmen zur Möglichkeit Menschen in großem Stil zu manipulieren. So wurde in Studien gezeigt, dass die Reihenfolge der Anzeige von Suchergebnissen einen sehr großen Einfluss auf Entscheidungen von Menschen hat. Da der Suchmaschinenmarkt von wenigen Unternehmen dominiert wird, die dazu politische Interessen haben, ist es möglich, dass diese Unternehmen die Suchergebnisse entsprechend ihren Interessen anpassen. Um dem entgegenzuwirken, fordern wir, dass alle Suchmaschinen mit einem Marktanteil von mindestens 5 % ihre Algorithmen offenlegen müssen und entsprechend reguliert werden.

Beschluss der Landesmitgliederversammlung am 18.06.2016 in Hattingen.