GRÜNE JUGEND NRW fordert individuelle Lernzeit für alle

Am 2. Februar 2017 startete die Elterninitiative „G9 jetzt“ ihre NRW-weite Unterschriftensammlung. Die Initiator*innen haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, über den der Landtag NRW abstimmen soll. Darin geht es vor allem darum, die wöchentliche Lernzeit an Gymnasien verpflichtend zu begrenzen und damit wieder eine neunjährige Gymnasialzeit zu ermöglichen – gleichzeitig wird es für Schulen deutlich schwieriger, Nachmittagsunterricht anzubieten. Die GRÜNE JUGEND NRW sieht an dem Gesetzentwurf massiven Verbesserungsbedarf.

Sprecherin Julia Wenzel sagt dazu: „Statt pauschal eine Begrenzung der täglichen Stundenzahl zu fordern, brauchen wir mehr Flexibilität. Alle Schüler*innen lernen unterschiedlich schnell. Wo für manche Abitur nach acht Jahren ohne weiteres möglich ist, brauchen andere längere Lernzeiten, wie neun oder zehn Jahre. Unser Ziel sollte deswegen sein, Lernzeiten zu individualisieren – und nicht allen Schüler*innen das gleiche Tempo vorzugeben.“

„Die Umsetzung des Gesetzes würde für Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen eine de facto Unterrichtskürzung um fast 5 % bedeuten. Das ist eine schlechte Ausführung.“, sagt Sprecher Max Lucks. „Mit der vorgeschlagenen Gesetzesänderung würde manchen Schüler*innen geholfen, andere hätten aber massive Nachteile, wenn zum Beispiel Förderstunden im Ganztag wegfallen. Wir fordern, dass alle Kinder das gleiche Recht auf Förderung und individuelles Lerntempo bekommen.“

Der Gesetzentwurf der Initiative sieht vor, die Jahreswochenstunden in Sekundarstufe 1 und 2 zu begrenzen, so dass täglich nicht mehr als sechs Unterrichtsstunden stattfinden. Nach Allerdings sind von der Stundenkürzung zu Gunsten einer verlängerten Gymnasialzeit auch die Sekundarstufe 1 an anderen Schulen betroffen. Für Haupt-, Real- und Gesamtschulen würde also Unterrichtszeit gestrichen.

Die GRÜNE JUGEND NRW setzt sich daher gegen den vorliegenden Gesetzentwurf ein und appelliert an den Landtag, diesem nicht zuzustimmen.