Alle Jahre wieder...
Ökologische Weihnachten sind möglich
Alle Jahre wieder...
...kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. Doch leben wir Menschen hier auf der Erde nicht alleine. Diese Tatsache sollten wir uns vielleicht in der Weihnachtszeit vor Augen führen - gerade in der Zeit in der am häufigsten von Nächstenliebe und christlichen Werten gepredigt wird. Die Nächstenliebe, die häufig auf Freundinnen, Freunde und Familie beschränkt bleibt, sollte gegenüber unserer Umwelt, nicht im alljährlichen Weihnachtskonsum untergehen.
Es lohnt sich gerade trotz des vorweihnachtlichen Einkaufstrubels ab und zu mal über die (Geschenk-)Tütenkante hinaus zu schauen. So sollte in Anbetracht der vielen bunt eingepackten Geschenke doch einmal Verwunderung darüber entstehen, wohin die Verpackung nach dem Auspackvorgang wandert. Natürlich freut sich jedeR darüber, dass vom Papier kleine Engelchen, Tannenbäume und Kerzen lächeln, doch in den nächsten Augenblicken kann auch einmal gefragt werden, welchen Preis das Lächeln der Engelchen unsere Umwelt kostet. Daran wird beim Einpacken nämlich meist nicht gedacht.
Nicht kleben, sondern schnüren...
Bei längerem Nachdenken ist es nicht überraschend, dass sich jedes Jahr zu Weihnachten das Abfallvolumen in Deutschland um 25 Prozent erhöht. Dieser Verpackungsabfall ist großteils weder recyclebar noch biologisch abbaubar. Es ist verständlich, dass der ästhetische Aspekt beim Geschenkpapier eine wichtige Rolle spielt, denn die schönen, glitzernden Pakete machen sich gut unter dem Weihnachtbaum. Es ist auch verständlich, dass nicht jedeR als Einpackmaterial Zeitungspapier verwenden möchte oder die Geschenke unter Decken verstecken will, da das Papier immer noch das Aushängeschild jedes Geschenkes ist. Doch gibt es auch Möglichkeiten mit „normalem“ Geschenkpapier umweltfreundlicher zu verpacken. So können zum Beispiel Klebstreifen durch Schleifen ersetzt werden. Eine andere Möglichkeit ist es, das Papier mehrfach zu verwenden. Es sollte beim Auspacken nur darauf geachtet werden, möglichst große Teile der Verpackung unzerknittert und unzerrissen zu lassen. Bei dieser Wiederverwendung können sich dann auch weitere Beschenkte über das schöne Geschenkpapier mit den kleinen Engelchen freuen.
Ein Ganzjahres-Freund...
Auch der in Deutschland obligatorische Tannenbaum sollte nicht nur als Wohnungsschmuck dienen, sondern als Lebewesen unseres Ökosystems angesehen werden. Natürlich ist der Weihnachtsbaum in vielen Haushalten an Heiligabend nicht wegzudenken, er gehört einfach zu Weihnachten wie die Geschenke und der Weihnachtsschmaus.
Doch sollte der Baum nicht als von Gott gegeben gesehen werden und überlegt werden, wo die weit über 20 Millionen Weihnachtsbäume herkommen, die zu Heiligabend neue Standorte in beheizten Wohnzimmern finden. Die Antwort ist reichlich unromantisch und widerstrebt der weihnachtlichen Stimmung. So werden die meisten Bäume in Monokulturen auf Farmen angebaut und haben einen lange Transporte hinter sich. Dieser Transport meist skandinavischer Bäume trägt erheblich zu einer schlechten Ökobilanz bei. Um die Reisen der Weihnachtsbäume zu umgehen, sollte eine der in unseren Regionen heimischen Tanne oder Fichte ausgesucht werden.
Wer Weihnachten auf seinen Freund den Baum nicht verzichten möchte, ihn aber auf der anderen Seite nicht umbringen möchte, kann auf die Methode des Weihnachtsbaums im Topf zurückgreifen. Diesen kann dann nach den Feierlichkeiten und natürlich nach dem Bodenfrost wieder im Garten eingepflanzt werden. So ist es möglich, sich das ganze Jahr lang über seinen weihnachtlichen Begleiter zu freuen.
Klimafreundlich schenken...
Die Antwort auf die Frage aller Fragen - Weihnachtswünsche - wird meist schon Monate vor dem eigentlichen Fest von der Reklame großer Kaufhäuser vorweggenommen. So ist es klar, dass der neue Computer aus der in der Werbung auf dem Wunschzettel steht. Das Auto aus dem Fernsehen wäre aber auch nicht schlecht. Es lässt sich sicher jemand finden, der es einem schenken könnte, schließlich muss am Ende ja auch mit Geschenken geprahlt werden können. Es ist jedoch erbärmlich, dass viele Menschen ihre Wünsche abhängig davon machen, was Nachbarinnen, Nachbarn oder andere Menschen über diese denken könnten.
Vielmehr sollte gerade zu Weihnachten an andere Werte gedacht werden und die Wünsche an unsere Umwelt angepasst werden. Der Wunsch nach einer Bahncard, den Stromwechsel zu einem Ökostromanbieter oder die Reparation des Fahrrads zum Beispiel freut nicht nur den Beschenkten, sondern trägt seinen Anteil zum Klimaschutz bei. Außerdem kann dazu gesagt werde, dass auch die/der SchenkerIn im Vorteil ist, da sich dieseR weder in lange Kassenschlange stellen, noch sich in überfüllte Einkaufstraßen quetschen muss.
Frohe und vor allem ökologische Weihnachten wünscht Leonie Esters, Sprecherin der Grünen Jugend Köln und AK-Öko-Koordinatorin, mit ihrem Text zu "Ökologische Weihnachten".







