Atomkraft - Verstrahlte Zukunft
Folgenschwerer Bombenabwurf
Über 60 Jahre ist es her, dass kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges die beiden Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Schlagartig starben 155.000 Menschen und innerhalb weniger Wochen danach weitere 110.000 Menschen an den Folgen der radioaktiven Strahlung.
Über 100.000 Menschen erlagen in den Jahren und Jahrzehnten zudem den Folgen der Bombenabwürfe. Doch noch immer ist das Thema für die Bevölkerung präsent, denn auch heute müssen die Menschen noch an den Konsequenzen dieser Katastrophe leiden. Erkrankungen der Schilddrüse wie Tumore und Zysten treten gehäuft auf. Generell ist die Krebsrate wesentlich höher als in anderen Gebieten Japans und der Welt. Auch die Fehl- und Behindertengeburtenrate ist erschreckend hoch.
Wann verschwindet die Strahlung wieder?
Der entscheidende Bestandteil der Bombe auf Hiroshima war Uran, der relevante Bestandteil der Bombe auf Nagasaki war Plutonium. Plutonium (239Pu) hat eine Halbwertszeit von 24.110 Jahren, Uran (235U) sogar 704 Millionen Jahren. Das bedeutet, dass sich gerade einmal die Hälfte der verwendeten Menge an Uran erst nach 704 Millionen Jahren in andere Atome umgewandelt hat, also auf die Hälfte verringert und somit nicht mehr gefährlich ist.
Die Halbwertszeit ist in der
Kernphysik diejenige Zeitspanne, in der die Menge eines bestimmten
radioaktiven Nuklids auf die Hälfte gesunken ist, das heißt sich in andere Atome umgewandelt hat.
Es müssen also nicht „nur“ ein paar nachfolgende Generationen der Menschheit, geschweige denn der Fauna und Flora, mit den Folgen kämpfen - nein: Die betroffenen Gebiete werden noch mehrere Tausend und Millionen Jahre verseucht sein.
Deshalb ist die Atomkraft auch so gefährlich. Die Folgen eines einmaligen Fehlers sind unbeschreiblich und betreffen unvorstellbare Zeiträume. Da sich die schwerste Katastrophe in der Geschichte der Kernkraft am 26. April 1986 im Kernkraftwerk von Tschernobyl als Folge einer Kernschmelze und Explosion in einem Kernreaktor ereignete, wird das Gebiet die nächsten Jahrtausende radioaktiv verseucht sein.
Spart Atomenergie nicht Emissionen ein?
Die Atomkraft birgt bei allen Vorteilen in der Energiegewinnung ein enormes unberechenbares Risiko. Zwar kommt die Atomkraft ohne hohe Emissionen an CO2 aus, welches zum Treibhauseffekt beisteuert. Aber auch der erzeugte Atommüll und seine Unterbringung stellen eine Gefahr für die Umwelt dar. Dies darf weder vergessen werden, noch darf zu sehr auf die moderne Technik vertraut werden.
Angesichts der Zwischenfälle in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel Ende Juni wird klar, wie unsicher die Nutzung der Kernenergie wirklich ist und wie leichtfertig die Stromkonzerne mit bekannten Sicherheitsmängeln umgehen.
Die Autorin dieses Textes ist Joanna Fryzowicz, Mitglied im Landesvorstand.







