Gegen das Vergessen
Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz.
Der Tag des Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wurde 1996 vom damaligen Bundespräsident Roman Herzog als nationaler Gedenktag eingeführt. Neun Jahre später erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar zum internationalen Gedenktag. Offiziell wird an diesem Datum auch in Israel, Großbritannien und Italien getrauert. Konzentrationslager waren keine Erfindungen der Deutschen. Aber sie wurden von den Nationalsozialisten zu einem mit höchster Perfektion funktionierenden System zur Ausschaltung der Regimegegner und aller anderen unliebsamen Menschen entwickelt.
Der Willkür hilflos ausgesetzt
Bereits in den ersten Wochen nach der Machtübernahme der NSDAP wurden von der SA und SS politische Gegner in so genannte „wilde“ Konzentrationslager eingewiesen. Kommunisten, Sozialdemokraten und kritische Publizisten waren die ersten Opfer, die in so genannter „Schutzhaft“ nach Dachau verschleppt wurden. Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde das KZ-System erheblich ausgebaut. Zahlreiche Lager entstanden in besetzten polnischen Gebieten. So auch Auschwitz: In seiner räumlichen Ausdehnung, sowie Vernichtungskapazität wurde Auschwitz zum größten Todeslager der Weltgeschichte.
Die Häftlinge waren in den Lagern hilflos der brutalen Willkür der Wachmannschaften ausgesetzt. Sie lebten in menschenunwürdigen Baracken, hungernd und ohne ihre Familien. Zusätzlich wurden sie als unbezahlte ArbeiterInnen zur Schwerstarbeit in der Industrie gezwungen. Tausende starben an medizinischen und nahrungsmittelchemischen Experimenten von KZ-Ärzten.
Im September 1941 wurde das Giftgas Zyklon B entwickelt, mit dem allein in Auschwitz 1.135.000 Menschen vergast wurden. Dieses Schicksal traf vor allem Kinder, Frauen, Alte und Menschen, die nicht mehr in der Lage waren zu arbeiten. Rund 6 Millionen Menschen fielen der menschenverachtenden Politik der Nazis zum Opfer: Polen, Sinti und Roma, Ordensgeistliche, Pfarrer beider Konfessionen, Homosexuelle, Andersgläubige, Andersdenkende- und vor allem Juden. Am 27. Januar wird um diese Menschen in der Mehrheit der Bevölkerung zum 62. Mal getrauert.
Rechtsextremismus leider immer noch Realität
Doch Rechtsextremismus ist immer noch ein aktuelles Problem. Die Gegenwart zeigt, dass nicht alle Menschen aus der Vergangenheit gelernt haben. Die rechtsextreme NPD bekommt immer mehr Zulauf. Auch die Gewalttaten aus der Neonazi-Szene haben laut Verfassungsschutzbericht 2005 zugenommen. Im Jahr 2006 nahm die Zahl rechtsextremer Gewalttaten bundesweit um 20 Prozent zu. Im statistischen Schnitt heißt das, dass 2006 pro Tag mindestens zwei rechtsextreme Gewalttaten vom Bundesinnenministerium registriert wurden. Die Opferberatungsstellen erfassten teilweise noch mehr.
In diesen Gruppierungen wird oft verharmlosend mit dem Holocaust umgegangen, teilweise wird er sogar geleugnet. Die NPD hat für den 27. Januar in Frankfurt eine Demonstration - angeblich gegen die CDU - angemeldet. Dass gerade dieses Datum gewählt wurde, ist zumindest provokant.
Doch auch die Menschen, die gegen das Vergessen kämpfen, bleiben nicht untätig: In ganz Deutschland sind Mahnwachen, Demonstrationen und gemeinsame Märsche zum Gedenken der Opfer geplant.
Schließt Euch mit euren Basisgruppen an – für eine Welt, in der Rassenwahn, Verfolgung und Gewalt nie wieder Platz haben!







