HIV und Aids wirksam bekämpfen!
AntragstellerInnen: Josefine Paul und Julian Urban
Weltweit leben 42 Millionen Menschen mit HIV und Aids und täglich infizieren sich 10.000 neu. Die meisten dieser Mensche leben Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort droht die Epidemie ganze Landstriche zu entvölkern und die Ergebnisse jahrelanger Entwicklungsanstrengungen zu Nichte zu machen. Auch in Osteuropa grassiert der Virus teilweise unkontrolliert. Aber HIV und Aids machen nicht vor unseren Grenzen halt. Dieses Problem geht auch uns etwas
an. Ende 2004 lebten 44.000 Menschen in Deutschland mit HIV und Aids. In jedem Jahr stecken sich etwa 2000 Menschen neu mit HIV an. Und die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter an! Allein im ersten Halbjahr diesen Jahres sind 20% mehr Fälle von HIV-Infektionen festgestellt worden.
Sorglosigkeit kostet Leben!
Die GRÜNEN JUGEND NRW ist besorgt über diese Entwicklung und fordert alle an gesundheitlicher Aufklärung beteiligten Organisationen auf, ihre Aufklärungskampagnen den veränderten Verhältnissen anzupassen. Besonders junge Menschen glauben oft alles über Sexualität und sexuell übertragbare Krankheiten zu wissen. Hier droht sich ein gefährliches Halbwissen und eine gewisse Sorglosigkeit breit zu machen, der dringend mit Zielgruppen orientierten Kampagnen entgegengewirkt werden muss. Bunte Plakate an den Straßen haben längst ihren Sinn verloren und können durch ihre Beliebigkeit
nicht den Anspruch haben, bestimmte Gruppen direkt anzusprechen. HIV und andere Krankheiten, die durch sexuelle Kontakte übertragen werden, müssen auch in Jugendmagazinen und anderen Jugendforen thematisiert werden, um junge Menschen direkt zu erreichen. Unwissenheit und Sorglosigkeit gehen auf kosten der Gesundheit! Der neue Landesvorstand wird aufgefordert durch die Erstellung einer thematischen E-Card o.ä. im Kampagnenrahmen der GRÜNEN JUGEND NRW zur Durchsetzung unserer Forderungen beizutragen.
Neue Wege in der Aufklärung beschreiten!
In einer Einwanderungsgesellschaft kann nicht davon ausgegangen werden, dass jeder und jede die Amtssprache versteht. Daher müssen alle Materialien auch in den Sprachen veröffentlicht werden, die neben Deutsch in diesem Land am meisten vertreten sind. Aufklärung bedeutet aber nicht nur, mögliche Maßnahmen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten aufzuzeigen, sondern auch über Möglichkeiten und Gefahren eines Lebens mit HIV und Aids aufzuklären und die mit einer HIV-Medikation verbundenen Risiken und Gefahren nicht so zu verharmlosen, wie dies momentan durch die Werbung von Pharmakonzernen z.B. in Schwulenmagazinen geschieht. Hier muss der Staat tätig werden! Er sollte mindestens auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der
Werbeindustrie hinwirken. Auch muss beachtet werden, dass AIDS-Aufklärung nicht nur die Betroffenen angeht, sondern auch ihre Umwelt. Sozialer Ausgrenzung durch Diskriminierung und Unwissenheit muss entschieden entgegengewirkt werden.
Gesundheitliche Aufklärung geht alle an!
Besonders an Schulen muss gesundheitliche Aufklärung einen festen Platz bekommen. Sexualität ist nicht nur ein Thema, welches beiläufig im Biologieunterricht behandelt werden sollte, es muss auch in andere Unterrichtsfelder einbezogen werden. Die Schule ist für junge Menschen der
prägendste Ort ihrer Jugend. Es ist daher unverständlich, warum so wichtige Themen, wie Sexualität und die damit verbundenen Risiken so wenig Platz im Unterricht finden. Über die Reform der Unterrichtsinhalte hinaus, fordert die GRÜNEN JUGEND NRW, Kondome in den Schulen kostenlos an die Schülerinnen und Schüler abzugeben.
Mehr Geld für Aufklärung!
In den vergangenen Jahren sind immer wieder Mittel für Hilfsprojekte und Aufklärungskampagnen gekürzt worden. Auch in Zeiten, in denen an breiter Front gespart wird, darf der Staat nicht den Fehler machen, an der Gesundheit der jungen Generation zu sparen. Die GRÜNEN JUGEND NRW sieht die öffentliche Hand in der Verantwortung, die Mittel für Prävention und Betreuung in ausreichender Höhe bereitzustellen. Dabei müssen nicht nur Mittel für existente Projekte bereitgestellt werden, sondern auch neue Wege gegangen werden. Die GRÜNEN JUGEND NRW fordert die kostenlose Verteilung von Kondomen, z.B. in Schwulensaunen und anderen Szenetreffs. Kondome schützen, aber nur dann wenn möglichst viele Menschen einfach und kostenlos Zugang dazu haben. Die Grüne Jugend fordert daher die kostenlose Verteilung von Kondomen an Bedürftige. Die GRÜNEN JUGEND NRW muss aber auch selbst aktiv werden und wird daher zukünftig kostenlos Kondome auf Landesmitgliederversammlungen Bundeskongressen und anderen
Veranstaltungen ausgeben.
Einstimmig beschlossen auf der Jahresmitgliederversammlung in Bielefeld 2005






