Verbote sind nicht die Lösung!
Nach dem Amoklauf von Emsdetten ist die Diskussion um ein Verbot gewaltverherrlichender Computerspiele von neuem angefacht.
Die Grüne Jugend NRW wendet sich gegen ein Verbot von Computerspielen als Mittel des Jugendschutzes.
„Es muss darum gehen, Jugendlichen bestimmte Medienkompetenzen zu vermitteln und nicht darum, ihnen Dinge zu verbieten.“ betont Anna Caelers, Sprecherin der Grünen Jugend NRW. Verbote sind nach ihrer Ansicht keine Strategie zur Gewaltprävention. Im Gegenteil machten Verbote vieles nur umso reizvoller. Es müsse darum gehen, Auffälligkeiten bei Jugendlichen schneller zu erkennen und dann einzugreifen, unterstreicht Caelers.
Die Debatte um ein Verbot von so genannten „Killerspielen“ führt zudem an dem Problem jugendlicher Gewaltbereitschaft vorbei. Nicht etwa das Spielen von „Killerspielen“ mache Jugendliche zu Gewalttätern, sondern das Gefühl von Perspektivlosigkeit und mangelnder Anerkennung, so Caelers weiter. Dazu trägt nach Ansicht der Grünen Jugend NRW auch ein Schulsystem bei, das in erster Linie auf Defizite aufmerksam macht und kaum eine Kultur der Anerkennung kennt. Präventionsarbeit beginnt bei einem integrativen Schulsystem, das den Bedürfnissen der SchülerInnen gerecht wird und ihnen notwendige Kompetenzen im Bereich der Medienkompetenz, aber auch der Anti-Agressionsarbeit vermittelt. In diesem Zusammenhang fordert die Grüne Jugend NRW ein Gewaltschutzprogramm an allen Schulen in NRW einzuführen. Wie die schrecklichen Ereignisse in Emsdetten und Erfurt vor vier Jahren gezeigt haben, ist Gewalt kein „Unterschichtenproblem“, sondern muss an allen Schulformen und in allen Jahrgängen Bestandteil des Lehrplans sein. Jugendschutz darf nicht bei Verboten stehen bleiben, die nicht mehr sein können als ein Feigenblatt für gesellschaftliche Hilflosigkeit.






