Festung Europa in Soest
Grüne Jugend protestiert gegen EU-Einwanderungspolitik
Morgens, halb elf in Soest. Sechs Junggrüne und ein Sympathisant trafen sich passender Weise vor der „Deutschen Bank“ auf dem Soester Marktplatz um gegen die Einwanderungspolitik Europas mithilfe eines Straßentheaters zu protestieren.
Mittelpunkt des improvisierten Stückes war eine Mauer, die die reichen Europäer - eindrucksvoll von Frederick Krieger und Sascha Clasen dargestellt - von den armen Afrikanern trennte und Europa als Festung sicherte. Zusätzlich patrouillierte ein Frontex-Mitarbeiter mit einem Baseballschläger bewaffnet, um die störenden Hungernden zurückzuweisen, falls das Idyll Europa zu sehr gestört werden würde.
Die Situation eskaliert, als ein Händler, den Afrikanern zwei Säcke Kaffe für 2 Cent abkauft und deren Menschenwürde gegen Atommüll eintauscht. Die reichen Europäer regen sich gerade noch über die hohen Preise auf, während auf der anderen Seite festgestellt wird „Atommüll kann man nicht essen“.
Schließlich bitten die Afrikaner Europa um Hilfe, sie werden jedoch von Frontex zurückgewiesen und eine Diskussion entbrannt. Im Endeffekt wird die Meinung der „freien Marktwirtschaft“ mit Waffengewalt durchgesetzt und die Proteste in einem Maschendrahtkäfig namens „Lampeduza“ erstickt.
Nur noch der Tote vor der Mauer ist störend, denn „das stink ja gewaltig. Muss der denn vor unseren Augen verrecken?“
Highlight des Tages war ein aufgebrachter Bürger, der die sehr überzeugende Darstellung eines ignoranten, profitorientierten Aktionärs, der während der Diskussion die Schuld den Afrikanern selbst gibt, ernst genommen hat und uns dafür heftig kritisierte, ehe wir ihn aufklären konnten.
„Die Aktion hat zwar Aufmerksamkeit erregt, wirklich auf uns zuzugehen haben sich aber nur wenige getraut. Die jedoch haben bereitwillig mit uns diskutiert und sich informieren lassen“ bilanzierte Lea Heidrich, Sprecherin der GJ Warstein. Ergänzend erklärte Julian Müller: „Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der Aktion, so dass wir sie in einer anderen Stadt noch einmal wiederholen wollen.“







