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28. Dezember 2007

Braune Ideologie und neue Tendenzen

Seminar am 26. und 27. Januar in Düsseldorf

Braune Ideologie und neue Tendenzen

Foto: c.sign/ Photocase

In diesem Seminar setzen wir uns im ersten Workshop mit den neuen Tendenzen in der Rechten Szene - insbesondere hier in NRW - und mit den so genannten Freien Kameradschaften, auseinander. Danach folgen die beiden Themen „Frauen in der rechten Szene“ und „Pro NRW und Pro Deutschland“. Am Sonntag werden wir uns auf Strategien und Handlungsweisen gegen Rechts vor Ort konzentrieren, eine Mitarbeiterin des Wittener Jugendamtes, die jungen Menschen hilft, aus der Szene auszusteigen, wird aus der Praxis berichten. Außerdem wollen wir mit euch diskutieren, wie rechte Tendenzen konkret bekämpft werden können.


Das Seminar ist übrigens ein Baustein unserer Kommunalreihe komma.ma!


Das Bild des Neonazismus hat sich verändert, die Kleinstparteien der frühen 90er Jahre gibt es nicht mehr. Die NPD ist wieder erstarkt und sogar in zwei Länderparlamenten und in über 100 Lokalparlamenten - auch in NRW - vertreten. Bundesweit vernetzte und nicht parteiförmig organisierte Neonazigruppen, so genannte Freie Kameradschaften, schaffen es, ihre "Mitglieder" viel stärker zu binden als die bisherigen Parteien und arbeiten zum Teil eng mit der NPD zusammen.  Als neueste "Spielart" der "Freien Kameradschaften" treten die so genannten Autonomen Nationalisten auf, die äußerlich kaum noch von antifaschistischen Jugendlichen zu unterscheiden sind. Über 180 neonazistische Aufmärsche sind seit 1998 alleine in NRW zu verzeichnen, darunter über 40 allein in Dortmund.


Auch viele neonazistische Bands, so genannte "RechtsRock"-Bands, sind dem Spektrum der "Freien Kameradschaften" zuzurechnen. "RechtsRock" ist heute das wichtigste Medium der neonazistischen Szene zur Vermittlung ihrer rassistischen, antisemitischen und nationalistischen Inhalten, insbesondere an für die extreme Rechte erreichbare Jugendliche. Dabei beschränkt sich "RechtsRock" schon lange nicht mehr nur auf die Zielgruppe neonazistische Skinheads, sondern ist in diversen Musik- und Jugendszenen anzutreffen. Auch die NPD hat das erkannt und versucht, für rechte Inhalte empfängliche Jugendliche unter anderem über die Verteilung der so genannten Schulhof-CD anzusprechen.

Ein Mitarbeiter des Antirassistischen Bildungsforums Rheinland erläutert in seinem multimedialen Vortrag die Entwicklung und Strategien des Neonazismus und gibt einen Einblick in neonazistische Strukturen und Aktivitäten in NRW.

Kurzfassung
Was: Seminar "Braune Ideologie und neue Tendenzen"

Wann
: 26. und 27. Januar 2008

Wo
: Jugendherberge Düsseldorf

Kosten
: Fünf Euro pro Tag

Für Wen
: alle Interessierten

Anmeldeschluss
: 18. Januar 2008


Männer mit kahlrasierte Glatzköpfen, Springerstiefeln, Bomberjacken und rassistische Parolen sind das, was wir häufig mit Rechtsextremismus in Verbindung bringen. Frauen kommen nach unserem Verständnis bei den Neonazis als Hausfrauen und Mütter, höchstens noch als Mitläuferinnen vor, die ihren Partner auf Demonstrationen begleiten. Aber eine gewalttätige Kameradin in der rechtsextremen Szene? Ist das überhaupt vereinbar mit dem Frauenbild der Rechten vom „Heimchen am Herd“? Wie sehen Zusammenschlüsse von weiblichen Neonazis aus und welche Gefahr geht von diesem neuen Phänomen aus? Sind Frauen in der rechten Szene überhaupt ein neues Phänomen? Wo agieren sie, was bedeuten sie für das Image rechter Organisationen?


Getarnt als BürgerInnenbewegung gegen den Bau einer Moschee kommt Pro Köln daher, unter dem Deckmantel einer angeblich lokalen BürgerInneninitiative wird Stimmung gegen den Islam gemacht. Im Februar 2007 wurde der Verein „Bürgerbewegung pro NRW“ gegründet, im September desselben Jahres eine gleichnamige Partei. In verschiedenen nordrhein-westfälischen Städten gibt es bereits Ableger der rechten Gruppierung, um 2009 mit rechtspopulistischen Parolen, die sich gegen MigrantInnen richten, in die Kommunalräte einzuziehen.


Die Aussteigerberatung ist Anlaufstelle für Eltern und Bekannte, die ihren Kindern beziehungsweise FreundInnen den Weg aus der rechten Szene zeigen wollen, aber auch Betroffene selbst melden sich dort, wenn sie Hilfe benötigen. Der Prozess zwischen Kontaktaufnahme und einem neuen Leben ist nicht immer einfach. Zuerst muss natürlich begriffen werden, welche rassistischen und antisemitischen Ziele und welche Gewaltbereitschaft hinter der rechten Ideologie und den KameradInnen stecken, aber auch die Bedrohung durch ehemalige FreundInnen aus der Szene lassen das Fuß fassen zurück in der Gesellschaft schwierig werden. Ein spannender und interessanter Bericht aus der Praxis erwartet uns am Sonntagvormittag von Silvia Eilhardt vom Jugendamt Witten (angefragt).Über Strategien und politische Handlungsfelder gegen Rechts wollen wir mit euch am Sonntagmittag in einer offenen Diskussion sprechen. Welche Programme gibt es bereits, wo kann die Kommune direkt ansetzen? Welche Möglichkeiten und eventuell Pflichten haben wir als GRÜNE JUGEND und was für Alternativen gibt es für Jugendliche? Muss die NPD endlich verboten werden oder ist die Gefahr zu groß, dass die rechte Szene durch ein erneutes Scheitern gestärkt wird?


Josefine Paul wird über die Arbeit von IDA NRW (Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit) und Ingmar Wichert wird vom sozio-kulturellen Zentrum „Trotz Allem“ und dem Wittener Bündnis Gegen Rechts berichten.

 

Anmeldung und weitere Informationen


Wir freuen uns auf ein spannendes und interessantes Wochenende mit euch! Bei Fragen meldet euch am besten bei Verena Schäffer (E-Mail: Verena.Schaeffer(at)gruene-jugend-nrw.de, Handy: 0160 8579546).



Die Teilnahme am Seminar kostet 5 Euro pro Tag, anmelden könnt ihr euch unter: buero(at)gruene-jugend-nrw.de. Gebt dabei bitte eure Adresse, euer Alter, Telefon- oder Handynummer und E-Mail-Adresse an. Bei besonderen Bedürfnissen, z.B. bei Allergien oder RollstuhlfahrerInnen, diese bitte ebenfalls angeben!

Eingeladen sind alle Interessierten an dem Seminar, auch diejenigen, die nicht Mitglied der GRÜNEN JUGEND oder der Grünen sind.

 

Anmeldeschluss ist am 18. Januar 2008.

 

Noch einige Literaturtipps, die zu empfehlen aber nicht zwingend notwendig für das Seminar sind:

 

Programm

 

Samstag, 26.Januar 2008:

 

  • Ankunft bis 12.30 Uhr
  • 12.30 bis 13.30 Uhr: Kennen lernen
  • 13.30 bis 15.30 Uhr: Neonazismus zwischen Terror, Wahlen und Eventkultur
    Referent: Jürgen Peters vom Antirassistischen Bildungsforum Rheinland
  • 15.30 bis 16 Uhr: Kaffeepause
  • 16 bis 18 Uhr: Rechte Kameradinnen – ein neues Phänomen?
  • 18 bis 19 Uhr: Abendessen
  • 19 bis 21 Uhr: Pro NRW und Pro Deutschland

Sonntag, 27. Januar 2008:

  • 9 bis 10 Uhr: Frühstück
  • 10.30 bis 12.30 Uhr: Ausstieg aus der rechten Szene – ein Bericht aus der Praxis
  • 12.30 bis 13.30 Uhr: Mittagessen
  • 13.30 bis 15 Uhr: Strategien gegen Rechts – Offene Diskussion mit Josefine Paul (Mitglied für die Grüne Jugend NRW im Beirat von IDA NRW – Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit) und Ingmar Wichert (sozio-kulturelles Zentrum "Trotz Allem" und Wittener Bündnis Gegen Rechts)
  • Ende gegen 15.30 Uhr

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