Beschluss vom Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND
Position der GRÜNEN JUGEND NRW
Pressemitteilung vom Landesvorstand GJ NRW
Beschluss von der Mitgliederversammlung der GJ NRW
Offener Brief einiger Umweltverbände
Fakten-Check von ausgestrahlt zur BDK
Livestream von der BDK am 25.06.
Anträge zur Sonder-BDK
Position vom Bundesvorstand BÜNDNIS90/Die GRÜNEN
20 Fakten über Atomkraft
Vom Winde verweht ...
Knaller, Raketen und Böller zu Silvester bringen nicht nur Spaß
Bei dem Gedanken an Silvester fallen uns Feuerwerke und aus Blei gegossene Prophezeiungen ein. Für unsere Umwelt ist Silvester alles andere als ein Grund zu feiern: Es gelangen viele gefährliche chemische Bestandteile in Luft.
Nach Schätzungen des Bundesumweltamtes (1995) sind das zu Silvester allein 8.000 Tonnen Staub (Metalloxide, Salze, unverbrannte Bestandteile usw.), 1900 Tonnen Schwefeldioxid, 1500 Tonnen Kohlendioxid, 200 Tonnen Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide und viele unbekannte Verbindungen.
Knaller, Raketen, Böller
Seit einigen Tagen sind sie wieder überall zu haben – Knaller, Raketen und Böller. Hauptbestandteil dieser Silvesterartikel ist Schwarzpulver. Die bunten Farben und Leuchteffekte werden durch die Beimischung einer großen Anzahl unterschiedlicher chemischer Substanzen bewirkt. Die Produktion ist nicht nur sehr energieaufwändig, sondern setzt ferner zahlreiche Schadstoffe frei.
Bei Untersuchungen zum Abbrennen von Feuerwerk ist aufgefallen, dass es zu einer deutlichen Erhöhung der normalen Staubkonzentration in einer Stadt beitragen kann. Nicht nur in der Außenluft befindet sich dieser Staub, er dringt sogar in die Wohnungen ein. Für gesunde Menschen ist diese kurzfristige Belastung in der Regel aber nicht gesundheitsgefährdend, allerdings kann sie Menschen mit Atemwegs- und Herzkreislaufbeschwerden Probleme bereiten.
Psst!
Die alten Germanen versuchten in der dunklen Jahreszeit böser Geister, Hexen und Kobolde mit großem Lärm zu vertreiben. Heute sind es besonders die Krachmacher von Knallfrosch bis Chinaböller, die den meisten Lärm an Silvester verursachen. Dabei werden oft nicht nur Haus- und Wildtiere verängstigt, sondern die starke Lärmbelastung kann in unmittelbarer Nähe die Schmerzgrenze von 120 dB überschreiten.
Dies kann zu einer akuten Schädigung des Hörvermögens führen. Das ist ungefähr so laut, als würde ein Düsenjäger nur 100 m über uns fliegen würde. Viel Lärm und Krach machen kann man aber natürlich auch mit anderen Dingen und bereitet besonders Kindern viel Spaß. Schon mal ausprobiert, wie viel Lärm es macht, auf einen alten Topf zu schlagen?
Blei – gefährliches Orakeln ...
Bleigießen gehört für viele dazu wie das Sektkorkenknallen um Mitternacht. Allerdings wissen die meisten nicht, dass beim Bleigießen gefährliche Dämpfe – giftige Bleioxide – entstehen können, die über die Atemwege in den menschlichen Organismus gelangen können. Nach Verwendung darf Blei auf keinen Fall in die Umwelt gelangen, sondern sollte unbedingt bei Wertstoffhöfen abgegeben werden.
Wer auf das Zukunftsvorhersagen aber nicht verzichten möchte, sollte lieber Zink oder Kerzenwachs benutzen. Oder wie wäre es mit den umweltfreundlichen Orakelformen wie Kaffeesatzlesen oder Kartenlegen? Das wäre bestimmt nicht nur für Deine Silvesterpartygäste mal etwas ganz anderes, sondern Du hättest nachher auch keine Probleme bei der Entsorgung!
Wunderkerzen
Funkensprühende und leuchtende Wunderkerzen sind allseits sehr beliebt. Leider ist es eher unbekannt, dass selbst Wunderkerzen gefährlich sein können. Hergestellt werden diese aus einem Stahldraht, der mit einer Masse aus Bariumnitrat, Eisen- und Aluminiumpulver beschichtet ist. Besonders für Kleinkinder kann es gefährlich werden, wenn sie unbenutzte Wunderkerzen in den Munde stecken, da es zu einer Vergiftung mit löslichen Bariumsalzen führen kann.
Beim Abbrennen von Wunderkerzen bildet das enthaltene Bariumnitrat Stickoxide. Deren Konzentration kann in kleinen Räumen und bei größerer Kerzenzahl unter ungünstigen Voraussetzungen gesundheitlich bedenkliche Werte erreichen. Eine Reizung der Atemwege und Schleimhäute tritt besonders bei Kleinkindern und AsthmatikerInnen auf, wenn sie dem Rauch ausgesetzt sind.
Aus diesen Gründen sollten Wunderkerzen grundsätzlich außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt, während oder spätestens nach dem Abbrennen der Kerzen gründlich gelüftet oder diese prinzipiell lieber nur im Freien entzündet werden.
Muss das sein?
Auch wenn vielen Silvesterartikel aus ökologischer Sicht nicht viel Positives abzugewinnen ist, sollte man sich natürlich auf ein fröhliches und schönes Silvesterfest mit Freundinnen und Freunden freuen. Und wer mit Blick auf die Umwelt auf das eine oder andere verzichtet und vielleicht etwas anders feiert als üblich, der hat sogar noch etwas gespart und kann sich z.B. leckere BIO-Salzstangen- und -Süßigkeiten leisten!
In diesem Sinne: eine schöne Party und einen guten Rutsch in ein neues, glückliches und erfolgreiches Jahr!
Joanna Fryzowicz, Beisitzerin im Landesvorstand
Bei Nachfragen:
E-Mail an Joanna





